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Deutschland treibt den Aufbau einer grenzüberschreitenden Infrastruktur für den Transport und die Speicherung von CO2 voran. Am 6. Oktober 2026 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit Dänemark und den Niederlanden zwei Absichtserklärungen zum CO2-Export unterzeichnet.
Damit soll insbesondere die dauerhafte Speicherung schwer vermeidbarer Industrieemissionen unter dem Meeresboden erleichtert werden.
Die Absichtserklärungen wurden im Rahmen des ersten Strategischen Dialogs des Carbon Management Forums in Berlin unterzeichnet. Das im Mai 2026 vom BMWE gegründete Forum bringt Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um den Hochlauf von Technologien zur CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCU/CCS) in Deutschland voranzubringen.
Grenzüberschreitende Infrastruktur im Aufbau
Für Unternehmen, deren CO2-Emissionen sich technisch oder wirtschaftlich nur schwer vermeiden lassen, eröffnet die Speicherung im Ausland zusätzliche Möglichkeiten zur Emissionsminderung. Voraussetzung dafür sind geeignete Transportwege, dauerhaft sichere Speicherstätten und die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen.
Ein Beispiel ist der geplante Delta Rhine Corridor: Die rund 200 Kilometer lange CO2-Pipeline auf deutscher Seite soll Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen mit dem niederländischen Transportnetz verbinden. Von dort könnte abgeschiedenes CO2 zu Speicherstätten unter der Nordsee gelangen. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Planungs- und Genehmigungsphase.
Rechtliche Grundlagen geschaffen
Mit der Anpassung des nationalen Rechts und der Ratifizierung der Änderung von Artikel 6 des Londoner Protokolls hat Deutschland wesentliche rechtliche Voraussetzungen für den grenzüberschreitenden CO2-Transport zur Offshore-Speicherung geschaffen.
Die Absichtserklärungen mit Dänemark und den Niederlanden erfüllen eine weitere wesentliche rechtliche Voraussetzung für den Export von CO2 zur dauerhaften Speicherung unter dem Meeresboden.
Der Ausbau entsprechender Transport- und Speicherinfrastrukturen ist auch für die industrielle Anwendung von CCS-Technologien von Bedeutung. Für Vorhaben zur CO2-Abscheidung, und -Speicherung, wie sie im Rahmen der Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK), Modul 2, gefördert werden, sind der Aufbau einer grenzüberschreitenden CO2-Infrastruktur und die Schaffung entsprechender Transport- und Speichermöglichkeiten wichtige Rahmenbedingungen.