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Entwicklung effizienter Entnahmeprozesse für CO₂ aus der Atmosphäre für die Speicherung und Verwendung

Pilotanlage von Phlair in Ismaning

Verbundpartner

Verbundpartner
Organisation Partnerart
Phlair GmbH Verbundkoordinator
Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft Partner
Technische Universität München Partner
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau Partner

Eckdaten

Akronym
E3CO2-SUV
Branche
Direct Air Capture
Laufzeit
01.12.2025 - 30.11.2028
Durchführungsort
München, Bayern
Fördervolumen
9.038.940 €

Worum es geht

E3CO2-SUV entwickelt und baut eine Direct-Air-Capture-Anlage, die CO2 direkt aus der Umgebungsluft entfernt. Konsortialführer ist die Phlair GmbH. Zu den Partnern zählt ein DAX Unternehmen aus München, die Technische Universität München und die RPTU Kaiserslautern-Landau. Die Anlage entsteht an einem Industriestandort in Bayern und soll zeigen, dass ein neuartiges, strombetriebenes Verfahren im größeren Maßstab funktioniert.

Anders als viele bisherige DAC-Technologien kann das Verfahren rein elektrisch betrieben werden. Im Kern basierend auf einem neuartigen, proprietären Hydrolyseur. Die Technologie wurde bisher im Pilotmaßstab mit etwa 10 Tonnen CO2 pro Jahr erprobt.

Was neu ist

Im Vorhaben soll die Technologie auf eine Anlage mit bis zu 1.000 Tonnen CO2 jährlicher Entnahmekapazität skaliert werden. Zugleich arbeitet das Konsortium daran, den Energiebedarf pro Tonne CO2 zu senken.

Optimiert werden der Absorptions- und Desorptionsprozess, das eingesetzte Absorptionsmittel und der Anlagenbetrieb. Außerdem wird untersucht, wie das abgeschiedene CO2 weiterverwendet oder gespeichert werden kann: als Ausgangsstoff für Polymere, etwa in Fahrzeugkomponenten, sowie durch langfristige Bindung in Abbruchbeton.

Was herausfordernd ist

DAC-Technologien sind nach aktuellem Forschungsstand wegen hoher Kosten noch nicht für viele Nutzungspfade wettbewerbsfähig. E3CO2-SUV adressiert dies durch technische Optimierungen, geringeren Energiebedarf und eine modulare Anlagenkonzeption.

Die größte technische Herausforderung liegt darin, die Skalierbarkeit und Stabilität des elektrochemischen DAC-Prozesses unter realen Bedingungen nachzuweisen. Schwankungen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur können die Aufnahme und Freisetzung von CO2 beeinflussen und damit Energieverbrauch und Abscheideleistung verändern.

Die wirtschaftliche Herausforderung besteht in der Konzeption von Geschäftsmodellen, die zur Profitabilität der DAC-Technologie beitragen können, vor allem während der Hochlaufphase, bis Marktnachfrage und Skalierung die ökonomische Tragfähigkeit absichern.

Was daraus entstehen kann

E3CO2-SUV kann wichtige Erkenntnisse liefern, um elektrochemisches Direct Air Capture in Deutschland industriell nutzbar zu machen. Die Ergebnisse können die Grundlage für größere DAC-Anlagen schaffen und neue Anwendungen ermöglichen, etwa CO2-basierte Polymere in der Automobilindustrie oder die dauerhafte Bindung von CO2 in mineralischen Baustoffen. Damit trägt das Vorhaben zur Weiterentwicklung aktiver CO2-Entnahme und -Nutzung aus der Atmosphäre bei.

Weitere Informationen

Projektseite des Unternehmens